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Mehr gibt's hier nicht zu sehen | What You See Is All There Is


Mehr gibt’s hier nicht zu sehen

Manchmal habe ich den Eindruck, dass einige Menschen glauben, dass Leute, die ein organisiertes Leben führen, keine (ernsthaften) Probleme haben. Warum sonst können sie sich mit so unwichtigen Dingen wie Organisation beschäftigen, oder? Fall hier nicht auf die „What you see is all there is“-Illusion rein (das ist dummerweise ein feststehender Begriff. Google ruhig. Ich hab’s hier mal mit einer halbwegs angelehnten Übersetzung im Titel versucht).

Die Situation ist viel komplexer als es zunächst scheint. Organisation ist kein nettes Extra, sondern vielmehr ein enormes Hilfsmittel in deinem Leben. Warum? Es macht dein Leben einfacher; du hast mehr Zeit und Energie (und möglicherweise Geld) für Menschen, Erfahrungen und Dinge, die dir wichtig sind. Nochmals, es ist kein Extra für Leute, die sonst keine Probleme haben. Das bringt mich zu dem Thema, um das es heute gehen soll: Mentale Gesundheit.

Häufig wird die Korrelation (!!! Korrelation ist nicht Kausalität) zwischen dem Organisieren und mentaler Gesundheit angesprochen. Diese Korreleation kann jedoch in Unterschiedliche Richtungen verlaufen.

Einige Leute organisieren ihr Zuhause als eine Form der Prokrastination. Prokrastination wovon? Sie haben ihr Leben doch im Griff, oder? Nicht unbedingt. Sie prokrastinieren durch das Organisieren die Beschäftigung mit einigen Aspekten ihres Lebens: Endlich das Kindheitstrauma angehen; einsehen, dass der Job sie fertig macht; einsehen, dass die Person, von der sie glaubten, dass sie den Rest ihres Lebens mit ihr verbringen wollten, sich in eine Richtung verändert hat, die eine Beziehung unmöglich macht etc. Diese Dinge sind keine physisch fassbaren Dinge, sondern Solche im Kopf. Du kannst sie nicht anfassen. Daher ist es echt schwierig, mit ihnen umzugehen, denn du kannst ja keine Idee oder ein Gefühl nehmen und es wegwerfen. Mit physischen Dingen in deinem Zuhause hingegen ist das total leicht. Superorganisierte Menschen könnten also durch das Organisieren prokrastinieren, die wirklich großen Probleme ihres Lebens anzugehen. Für sie bedeutet das, dass je organisierter das Zuhause ist, desto schlechter fühlen sie sich im Moment.

Eine andere Gruppe Menschen lebt vielleicht im Chaos, weil ihr Kopf ein Chaos ist. Sie wissen nicht, wer sie sind, wo sie sein wollen und was sie tun wollen. Oftmals spiegelt sich dieses mentale Chaos im Wohnbereich wider. Sie behalten so viel Kram, denn sie könnten es noch brauchen, denn sie wissen ja gar nicht, wer sie sind, was und wo sie sein wollen. Daher ist es ihnen unmöglich zu wissen, ob sie ein Ding in der (näheren) Zukunft noch brauchen oder nicht. Und erst wenn sie sich mental etwas sortiert haben, können sie mit dem Organisieren ihres Zuhauses beginnen. Solche Menschen benutzen das Organisieren nicht als eine Art der Prokrastination. Für sie spiegel der Status ihrer Organisation wieder, dass sie sich gerade gut fühlen.

Es gibt weitere Gruppen, Mix-Gruppen. Darum geht’s hier aber nicht. Es geht hier um Mutmaßungen, die Menschen über andere Menschen machen, auf der Grundlage dessen, was sie sehen, denn sie glauben, das was sie sehen, wäre das ganze Bild.

Ich möchte an dieser Stelle ein Beispiel anbringen, das zeigt, dass man, sobald man hinter die Kulissen blicken kann, sich ein komplett anderes Bild offenbart, als das, was man vermutet hat. Da ich ein recht aktiver Teil der Organisationsprofis im Internet bin, handelt es sich in diesem Beispiel um eine (wenn ich es so sagen darf ganz wunderbare und witzige) junge Frau der Welt des Organisierens.

Kathryn von Do It On A Dime scheint ein richtiger Glückspilz zu sein. Sie ist super organisiert. Ich glaube, sie erzählte mal, sie hat als Kind sogar ihre Smarties nach Farbe sortiert. Sie scheint zu wissen, wer sie ist, was sie will, wo sie sein will und hat kein Problem mit dem Organisieren. Solche Menschen kennen ihren Weg und gehen ihn. Alles ist easy. Alles ist gut. Glückspilz halt. Sie ist immer voller Energie, aufmuntern. Ihre Youtube-Videos sorgen dafür, dass du auch sofort loslegen willst. Gleichzeitig ist sie aber ein sehr ehrlicher, bodenständiger und authentischer Mensch. Sie könnte dein perfektes Bild eines Menschen ohne echte Probleme sein, der Zeit und Energie zum Organisieren hat. Du kannst dir jetzt schon denken, dass dem nicht so ist. Kathryn hat vor einigen Monaten mutig etwas auf ihrem Glückspilz-Youtube-Kanal mit uns geteilt, was sie eigenen Aussagen nach erst nicht wollte, da sie glaubte, dass es nicht zum Vibe des Kanals passen würde. Sie entschied sich aber, jeden Teil ihres Lebens zu zeigen und auch wenn sie weiterhin die energetische, optimistische, enthusiastische und inspirierende Person ist, gibt es in ihrem Leben auch sehr dunkle Perioden. Sie hat uns in einem Video mitgeteilt, dass ihr Bruder Selbstmord beging. Sie sprach in dem Video außerdem über mentale Gesundheit hing am Ende einen Clip von sich am Klavier dran, in dem sie ‘One more light’ von Linkin Park spielte. Einige Monate davor teilte sie auf Instagram mit, dass er Ehemann unter einer ernsten Krankheit leidet.

Das Ding ist, auch obwohl ich nicht glaubte, dass ihr Leben perfekt ist, hätte ich derartig dunkle Aspekte ihres Lebens nicht erwartet. Und ich weiß, dass einie Leute nichtmal davon ausgehen würden, dass superorganisierte Personen irgendwelche ernsten Probleme im Leben haben. Behalte immer im Hinterkopf, dass es immer mehr zu sehen gibt, als man zunächst blaubt. Lass’ die Mutmaßungen, die nur darauf beruhen, was du siehst. Du willst auch nicht, das andere Personen das Gleiche mit dir machen, basierend darauf, was du entscheidest mit anderen teilen zu wollen.

Und falls du Probleme mit deiner mentalen Gesundheit hast, such’ dir bitte Hilfe! Dein Hausarzt kann dir da beispielsweise helfen, wenn du selbst nicht die Kraft hast, mehrere Anlaufstellen zu recherchieren und zu kontaktieren. Ich kann dir an dieser Stelle mit meinem Organisationsblog leider nicht weiterhelfen. Ich wünsche dir aber alles erdenklich Gute und viel Kraft auf deinem Weg! <3

What you see is all there is I sometimes get the impression that some people believe that people who live organized lives don’t have any (serious) problems. Why else could they be occupied with such unimportant things such as organization, right? But don’t be tricked by the illusion that what you see is all there is. The situation is much more complex than it appears. First of all, organizing is not an extra but rather a powerful tool in life. Why? Because it makes your life easier, you have more time and energy (and possibly money) for people, experiences and things that are important to you. Again, it is not an extra for people who have nothing else to worry about. This brings me to the topic, I really want to talk about today: Mental health. Often organization and mental health were shown to correlate (!; correlation is no causation). However, this correlation can go into different directions. Some people organize their home as a way of procrastination. Procrastination from what? Apparently they have their life together, right? Not necessarily. They might procrastinate facing aspects of their lives: Finally confronting their childhood trauma, face the fact that their job is making them miserable, facing the fact that the person they thought they wanted to spend the rest of their life with turns out to be changing in a way that makes a relationship impossible etc. Those things are not actual tactile things, but things happening in your mind. You literally cannot grasp them. So, it is really hard to deal with them since you cannot take an idea or feeling and just toss them. With physical things and your home, this is super simple. Hence, some super organized people might procrastinate their big problems in life by organizing. That is, a more organized home is a strong reflection of how bad they feel at the moment. Other people might live in chaos because their mind is chaotic. They have no idea who they are, where they want to be and what they want to do. Oftentimes, this mental chaos is reflected in the area around them. They keep lots and lots of things because they might need them because they don’t know who, what and where they are or want to be. Thus, it is impossible to know if they will need an item in the (near) future. And only once their mind is somewhat organized they can start organizing their home. Those people do not use organizing as a means of procrastination. For them, their status or organization is a strong reflection of how good they feel at the moment.

There are other groups, mixed groups etc. This is not what this post is all about. It is about assumptions people make about other people based on what they see, believing that what they see is all there is.

I want to share example showing that once you can see behind the curtains a totally different story than what you might have expected unfolds. Since I am pretty active in the organizing expert part of the internet, this example is one of a (might I add wonderful and fun!) young woman in the organizing world.

Kathryn of Do It On A Dime seems to be one of those happy go lucky people. She is super organized. I think, she once shared, she organized smarties by color when she was a child. She seems to know who she is, what she wants and where she wants to go. Those kind of people have their path and walk it. Everything’s easy. Everything’s fine. Happy go lucky. And she is always so so energetic, uplifting and full of energy. Her Youtube-videos make you want to get up and do things. At the same time, she seems to be so honest, down to earth and genuine. She might be the picture perfect of what you have in mind of a person without real problems that has the time and energy to organize. As you can imagine, this is not true. Catherine bravely shared something on her happy-go-lucky youtube channel few months ago that she admitted she long thought just wouldn’t fit with the vibe of the channel. However, she decided that she wants to show all aspects of her life and while she was and still is such an energetic, optimistic, enthusiastic and inspirational person, there are dark aspects in life. She recently shared that her brother committed suicide. In that video she wanted to talk about mental health and she share a clip of her playing a song on the piano (‘One more light’ by Linkin Park) by the end of the video. Before that, she also shared on her Instagram that her husband was sick with serious illness. The thing is, even though I didn’t believe her life was perfect, I didn’t expect such devastating events to have happened in her life. And I know some people might not even consider super organized people to have any real people problems. Just keep in mind that what you see is not all there is. So don’t make assumptions based on what you see. You wouldn’t want others doing the same with what you decide to share.

And if you struggle with your mental health, please seek help! If you don’t have the energy to research a place to go to, seek help and contact them, your family physician can help you. Unfortunately, I cannot help you with with mental helth issue on my organizing blog. But I wish you all the best and strength on your way! <3

Hej! 

Ich bin Jana, zertifizierter Organisationsprofi.
Meine Mission ist es, dir zu helfen, durch gute Organisation dauerhaft Ordnung zu schaffen, um mehr Kraft und Zeit für dein Leben zu gewinnen.
Ohne Schablone.
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I'm Jana, Certified Organizational Specialist.
 I am on a mission to help you organize for permanent tidiness to make more energy and time for your life. No template. No change of your personality.

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